Pateromichelaki Aikaterini

Fachärztin für Rheumatologie

Kortikosteroide (Kortison)

Was sind orale Steroide?

Orale Steroide, auch bekannt als „Glukokortikoide”, sind Medikamente, die häufig zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt werden. Dazu gehören Autoimmunerkrankungen (wie rheumatoide Arthritis und systemischer Lupus erythematodes), allergische Reaktionen und Asthmaanfälle oder chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD).

Steroidmedikamente können auch intramuskulär durch Injektion oder in schwereren Fällen intravenös verabreicht werden.

Wie lauten die Namen der gängigen oralen Steroide?

Zu den häufig verwendeten oralen Steroiden gehören:

Prednisolon

Methylprednisolon

Triamcinolon

Dexamethason

Was sind die Nebenwirkungen von Steroiden?

Die Einnahme von Steroiden über einen Zeitraum von weniger als drei Wochen führt wahrscheinlich nicht zu schwerwiegenden Nebenwirkungen.

Leichte Nebenwirkungen, die bei kurzfristiger Anwendung auftreten können, sind Magenbeschwerden, gesteigerter Appetit, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen.

Bei einer langfristigen Einnahme von Steroiden oder bei hohen Dosierungen können schwerwiegendere Probleme auftreten. Dazu gehören:

  • Veränderungen des Aussehens – Es kann zu einer Gewichtszunahme kommen und das Gesicht kann runder erscheinen.

  • Augenprobleme – Steroide können den Augeninnendruck erhöhen und zu einem „Glaukom” führen, aber auch eine Trübung der Augenlinse verursachen, die als „Katarakt” bezeichnet wird.

  • Hoher Blutdruck

  • Hoher Blutzucker – Die Einnahme von Steroiden über den Mund erhöht den Blutzuckerspiegel. In den meisten Fällen normalisiert sich der Blutzucker nach Absetzen des Steroids wieder.

  • Knochenprobleme – Steroide können zu einer Schwächung der Knochen führen, die als „Osteopenie” oder „Osteoporose” bezeichnet wird. In sehr seltenen Fällen können sie auch zu Durchblutungsstörungen in den Knochen führen, die als „vaskuläre Nekrose” bezeichnet werden.

  • Probleme mit dem Immunsystem – Steroide beeinflussen das Immunsystem des Körpers und machen den Menschen anfälliger für Infektionen.

Aufgrund der oben genannten Nebenwirkungen und dank der Einführung neuer Medikamente wird in der Rheumatologie heute die niedrigstmögliche Dosis Kortison für den kürzestmöglichen Zeitraum verwendet. Dadurch wird das Risiko von Nebenwirkungen drastisch reduziert.

In Fällen, in denen jedoch eine Langzeitbehandlung mit Kortison erforderlich ist, werden die notwendigen Maßnahmen zur Vorbeugung möglicher Nebenwirkungen ergriffen, wie z. B. die vollständige Impfung des Patienten, die Verabreichung von Kalzium und Vitamin D sowie in einigen Fällen eine Osteoporose-Behandlung und andere Maßnahmen.

Was ist eine Steroidinjektion in das Gelenk oder in die Weichteile?

Die Kortisoninjektion ist ein medizinischer Eingriff, bei dem ein Medikament direkt in ein Gelenk oder in die Weichteile (z. B. Sehnen, Kapseln) verabreicht wird. Das Ziel dieser Behandlung ist die Verringerung von Entzündungen und Schmerzen.

Sie wird häufig in folgenden Fällen angewendet:

  • Arthritis (z. B. rheumatoide Arthritis, Osteoarthritis)

  • Sehnenentzündung

  • Bursitis

Wie wirkt eine Steroidinjektion in das Gelenk oder in die Weichteile?

Steroide wirken, indem sie die Entzündung im betroffenen Bereich reduzieren, Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern.

Nach der Injektion beginnt das Steroid innerhalb weniger Tage zu wirken und kann über Wochen oder Monate hinweg Linderung verschaffen.

Was sind die Risiken einer Steroidinjektion?

Injektionen sind bei korrekter Durchführung sehr sicher und relativ schmerzfrei. Wenn sie unter Ultraschallkontrolle durchgeführt werden, wird die Belastung für den Patienten minimiert und eine maximale Genauigkeit bei der Verabreichung des Medikaments erreicht.

Allerdings muss bei ihrer Anwendung Vorsicht walten, da in seltenen Fällen Nebenwirkungen auftreten können, wie z. B.

  • Erhöhung des Blutdrucks oder des Blutzuckerspiegels für 2 bis 3 Tage nach der Injektion

  • Verfärbung und Atrophie der Haut an der Injektionsstelle

  • Infektion

In den meisten Fällen kann die Steroidinjektion nur ein Teil der Behandlung des Patienten sein. Es ist wichtig,

die Empfehlungen des Arztes bezüglich weiterer Behandlungen wie Medika mente und Physiotherapie zu befolgen, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen.